ATOS 5

Der Gestalter

Ein Gespräch mit Professor Thomas Hofmann über das Design des ATOS 5

Prof. Thomas Hofmann ist selbstständiger Industriedesigner und Mitgründer des Instituts für Ergonomie und Designforschung an der Universität Essen. An der Hochschule Osnabrück lehrt er die Bereiche Ergonomie und Usability. Als Gestalter prägt Hofmann bereits seit über 20 Jahren das Produktdesgin von GOM.

Herr Hofmann, was macht gutes Industriedesign aus Ihrer Sicht aus?
Eine allgemein empfundene Ästhetik ist wichtig, zum Beispiel durch den Einsatz von Symmetrien, Oberflächen und Farben. Für mich steht allerdings die Usability im Vordergrund. Mit technischem und ergonomischem Verständnis kann man relativ früh sagen, wie ein Produkt gestaltet werden muss, damit es ansprechend wirkt und Nutzer und Nutzerinnen gleichzeitig gut mit ihm umgehen können.


Der ATOS 5 ist das jüngste GOM Produkt, an dem Sie gestalterisch mitgewirkt haben.
Welche Aspekte waren Ihnen dabei besonders wichtig?

Der ATOS 5 sollte eine Messmaschine werden, die in ihrem industriellen Umfeld seriös wirkt und der man ihre Präzision von außen ‚ansieht‘. Von der Farbe bis zum Design der Lüftungsschlitze spiegelt sich das in vielen Details wider, die dem ATOS 5 seinen Charakter verleihen. Hinsichtlich der Usability standen die angenehme Benutzbarkeit des Sensors, zum Beispiel durch die Platzierung des Griffs, und einfache Wartungszugriffe im Fokus.


Ihr Auftraggeber GOM ist ein sehr technisch fokussiertes Unternehmen.
Wie stark können Sie dort Ihre Vorstellung von Produktdesign mit einbringen?

Jeder Mensch hat einen Sinn für Ästhetik und Design – die meisten beschäftigen sich nur nicht tagtäglich damit. Genauso habe ich selbstverständlich Verständnis dafür, dass ein Produkt bestimmte technische Konstruktionsanforderungen einhalten muss. Als Designer muss ich beide Aspekte zusammenbringen – sowohl die Produkt- als auch die Handseitengestaltung. Das Wichtigste dabei ist gegenseitiges Vertrauen aller Beteiligten und ich pflege mit GOM, was das betrifft, einen sehr offenen und intensiven Austausch. Wir ziehen an einem Strang, denn das Produkt soll in jeder Hinsicht außerordentlich werden.


Der ATOS 5 wurde 2019 mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.
Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?

Es ist eine große Freude. Der Red Dot Award ist eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen für gute Produktgestaltung. Ich glaube aber, dass der Preis für GOM eine noch wichtigere Bestätigung ist als für mich. Bei GOM steht die technische Perfektion absolut im Mittelpunkt, darum hat das Unternehmen lange gezögert, seine Designqualität nach außen zu kommunizieren. Diese ist heute allerdings ein essentieller Marktfaktor, auch für Entscheider. Und jetzt ist es gewissermaßen offiziell.

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